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reist seit 1990 durch Südostasien

Freitag, 9. März 2012

Weiter südwärts Richtung Saigon - die Stadt Nha Trang an der Küste

Nach einer langen zwölfstündigen Nachtfahrt inklusive Reifenpanne bin ich morgens am 07.03.2012 mit dem "Sleeping Bus" in der Stadt Nha Trang angekommen. Die Fahrt mit dem Bus war recht gut und ich konnte einigermaßen schlafen, da die Liegesitze wirklich ganz gut waren und selbst für mich als "Langnase" ausreichend Platz boten.



Nha Trang hat als Hauptstadt der Provinz Khan Hoa eigentlich bis auf seinen schönen Strand und der gelassenen Atmosphäre einer Küstenstadt nicht sehr viel zu bieten.


Extrem auffallend sind die enorm vielen Russen, die hier ihren Pauschalurlaub verbringen. Fast sämtliche Restaurants sind mit kyrillischen Speisekarten ausgestattet, jeder hochwertigere Souvenirshop hat seinen Namen auf russisch ausgezeichnet und die Läden sind auch immer voll... 
Nha Trang ist also schon sehr touristisch und hat so eigentlich wenig mit dem ursprünglichen Vietnam gemein. Aber die Vietnamesen strahlen hier eine sehr freundliche Gelassenheit aus und das macht das ganze dann trotz der extrem vielen Hotel-Hochhäuser wieder recht angenehm.



Von meinem Hotel aus sind es gerade einmal fünf  Minuten zu Fuß bis an den Strand und es liegt mitten im Travellerviertel. Trotzdem ist es sehr ruhig bis auf die Tatsache, daß hinter dem Hotel eine vietnamesische Luftwaffenschulungs-Kaserne ist und die morgens um 06:00 Uhr zur laut schallenden Nationalhymne zum Morgenappell aufmarschieren läßt. Und eine Stunde später fliegen die Propeller-Schulungsflugzeuge der Luftwaffe kreisförmig über die Gegend.
Gestern habe ich dann vormittags die zwei größeren Sehenswürdigkeiten hier besichtigt:
Die erste sind die Cham-Tempel Po Nagar, die über 1000 Jahre alt sind und von wo aus man auch einen tollen Überblick auf Nha Trang und den alten Hafen der Stadt hat. Von 243-1653 hieß das heutige Nha Trang Aya Trang und war Hauptstadt des Cham-Königreiches Kauthara.



Die zweite nennenswerte Sehenswürdigkeit ist die Long Son-Pagode, die Hauptsitz der Buddhistischen Organisation dieser Provinz ist und eine große Mönchsschule unterhält.

 
  

Die drei Nächte hier sind eigentlich eine zuviel, aber so bin ich halt von mittags bis abends am Strand und versuche auch mal den Bauch, Rücken und die Oberarme von der "Travellerbräune" zu befreien, da ich bisher immer im T-Shirt unterwegs war und das, was rausschaute, ist natürlich knackebraun und der Rest halt eben noch nicht. Aber es gibt ja bekanntlich schlimmeres als am Strand rumzulümmeln und das, was hier als Bootstouren um die vielen schönen Inseln vor Nha Trang angeboten wird, hat den Charakter von Schnorcheltouren mit feucht-fröhlichen Einlagen. Nicht meine Art, Vietnam zu entdecken...
Einen Tauchausflug habe ich trotz der Tatsache, daß die Tauchplätze hier zu den schönsten Vietnams gehören sollen, ausgelassen, zu tief sitzen noch die enttäuschenden Eindrücke von der Insel Phu Quoc.
Morgen früh geht's dann weiter die Südküste entlang, ins Fischerdorf Mui Ne, etwa 200 km nördlich von Saigon entfernt. Dann gibts wieder - wie immer - den nächsten Eintrag...

Dienstag, 6. März 2012

Das wunderschöne Städtchen Hoi An am Meer und meine tolle Unterkunft

Seit 02.03.2012 bin ich nun in der der hübschen Stadt Hoi An an der Küste des südchinesischen Meeres. Die Fahrt mit dem Bus von Hue hierher dauerte kaum vier Stunden und ging an der Küste vorbei an Da Nang mit dem riesigen China Beach, wo die USA mit Bodentruppen in Vietnam landeten. In den Dünen an der der dem Strand gegenüberliegenden Straßenseite waren immer noch die Spuren von Bombenkratern sichtbar.
In Hoi An angekommen, wurde ich dann am Busbahnhof von Herrn Dung abgeholt, bei dessen Familie ich nun seit vier Nächten wohne. Und diese von mir per Internet vorgebuchte private Unterkunft im "Homestay" war bis jetzt eines der allerschönsten Erlebnisse der Reise. Etwas außerhalb von Hoi An in herrlicher Umgebung an einem kleinen Fluß gelegen, wurde ich hier sehr herzlich aufgenommen und war nun in dem schönen Haus der Familie Dung mit den Eltern, der elfjährigen Tochter und dem neunjährigen Sohn für ein paar Tage mittendrin in einer vietnamesischen Familie.

Die Familie Dung

Der Garten der Familie Dung

Mit der Familie Dung habe ich sehr schöne Tage gehabt und mit den Kindern sehr viel Blödsinn gemacht. Diese vier Übernachtungen waren wirklich toll und Frau Dung hat abends vietnamesisch gekocht, das war ein Gedicht. So gut habe ich bisher hier in Vietnam noch nicht gegessen, die Frau hat wirklich gezaubert... 

Beim Abendessen...

Die Kinder und "Ice Age III" auf meinem iPod...


Von der Famile Dung bekam ich dann ein nagelneues Fahrrad und habe damit Hoi An abklappern können. Das kleine Städtchen Hoi An ist eines der beliebtesten Ziele für ausländische Touristen, und das nicht ohne Grund: die hübsche Altstadt hat die letzten 200 Jahre fast unverändert überdauert. Durch die überwiegend chinesischen Einwanderer früherer Zeit hat sich hier eine interessante architektonische Mischung aus vietnamesischen, chinesischen und japanischen Einflüssen gebildet und so gibt es hier auch zwangsläufig sehr viele chinesische Tempel.




Abends verwandeln sich die engen Straßen der Altstadt in heimelige Gassen, verkehrsberuhigt und von unendlich vielen bunten Seidenlampen beleuchtet. Tagsüber gibt es auch einen schönen großen Markt und viele kleine Freßstände, an denen man gute und billige vietnamesische Spezialitäten essen kann.



Auch die Umgebung dieser echt wunderschönen Stadt ist herrlich und in nur vier Kilometern Entfernung von der Stadt ist einer von mehreren Traumstränden. Ich habe ja schon sehr viele schöne Strände in Asien gesehen, aber dieser hier ist echt traumhaft!





Natürlich war ich dann hier auch baden...
Also, ich würde sagen, wenn man mal nach Vietnam will, um nach Hanoi oder Saigon und dem Mekong-Delta einen tollen Strandurlaub zu machen, eine wunderschöne Stadt zu sehen und nebenbei auch noch viel Kultur und Geschichte mit Ausflügen nach Hue oder in die "Demilitarisierte Zone" mitzunehmen - nix wie hin!
Aber schaut Euch meine mit den Nummern 35 bis 37 im Picasa veröffentlichten Fotoalben selbst an...
Heute abend um 18 Uhr fahre ich mit dem Nachtbus von hier nach Nha Trang, auch wieder an der Küste des südchinesischen Meeres und werde nach 12 Stunden Fahrt morgen früh um 06 Uhr dort angekommen. Auch in Nha Trang soll es traumhafte Strände geben, ich bin gespannt.
Aber das werde ich Euch dann im nächsten Bericht schreiben...

Sonntag, 4. März 2012

Ausflug von Hue in die "Demilitarisierte Zone" um den 17. Breitengrad

Wie schon angekündigt, bin ich am 29.02.2012 in die nach der Genfer Konferenz von 1954 über die Teilung Vietnams in Nord und Süd eingerichtete "Demilitarisierte Zone" gefahren. Die Grenze entlang des 17. Breitengrades sollte durch einen 10 km breiten Streifen geschützt werden. Aber 1963 versprühten die USA hier zum ersten Mal "Agent Orange" (Dioxin), um das Gebiet um den von ihnen bezogenen Kontrollpunkt auf dem höchsten Berg der Gegend ("The Rockpile") zu entlauben und damit bessere Sicht zu haben.


Und die Spuren sind immer noch sichtbar, ich habe die zwar wieder grünen, aber kahlen Berge ringsherum selbst gesehen.


Und nach dem Einmarsch der amerikanischen Bodentruppen am 08. März 1965 in Da Nang war hier die Hölle los, brutale Schlachten wurden in dieser Region ausgefochten.
Die Fahrt mit dem Bus ging dann weiter zur Da Krong-Brücke über den Grenzfluß Ben Hai, die von strategisch wichtiger Bedeutung, da Teil des Ho-Chi-Minh-Pfades war. Nach dem Besichtigen der Brücke kam ich dann auf einem Berg bei dem Ort Khe Sanh an, wo die Amerikaner einen riesigen Luftwaffenstützpunkt unterhielten. Hier tobte die wahrscheinlich erbittertste Schlacht während des gesamten Vietnamkriegs, als die nordvietnamesische Armee als Ablenkung auf die bevorstehende Tet-Offensive mit 40.000 Soldaten angriffen. Die Amerikaner ließen das Gebiet aus Angst vor einer Niederlage heftigst bombardieren. Aber das Ziel, von der Tet-Offensive im Süden Vietnams abzulenken, wurde erreicht. Heute ist dort eine Art "Freilichtmuseum" mit von den Amerikanern zurückgelassenem Kriegsschrott.




Von Khe Sanh gings dann nachmittags an die Küste zu den Tunneln von Vinh Moc. Das Tunnelsystem wurde 1965-66 geschaffen und bestand aus drei Ebenen und ist bis zu 20 m tief. Die unterste Ebene diente als Warenlager, die mittlere als Rückzugsgebiet bei Bombenangriffen und die obere als Lebensraum. Mehr als 300 Menschen lebten hier drei Jahre lang. Und um dieses ganze Gebiet konnte ich immer noch zahllose Bombenkrater sehen...




Gegen späten Nachmittag erreichte ich dann noch den Truong Son-Friedhof, dessen 15.000 Gräber die Überreste längst nicht aller in dieser Region gefallenen Vietnamesen enthalten. Groteskerweise liegt auf der gegenüberliegen Straßenseite des Wrack eines US-Panzers... 



Die Bilder von diesem Ausflug habe ich soeben online eingestellt.
Das war mein vorletzter Tag in und um Hue, am letzten Tag bin ich noch durch Stadt geschlendert und habe von einer kleinen Garküche, eine lecker Phö Bo (Nudelsuppe mit Rindfleisch, sehr schmackhaft) schlürfend, das Treiben an den Straßen von Hue beobachtet.
Am 02.03.2012 bin ich dann weiter an die Küste des südchinesischen Meeres, nach Hoi An, gefahren und nach 4 Stunden Fahrt für nicht mal 200 km hat mich die Hitze nun wieder. Aber das wird dann im nächsten Bericht geschildert.. 

Freitag, 2. März 2012

Hue - die historische Hauptstadt Vietnams und Sitz der letzten Kaiser

Nach Wochen unglaublicher Hitze bin ich am 27.02.212 von Saigon nach Hue in Zentralvietnam geflogen und wieder in der "Kälte" angekommen - tagsüber maximal 18° C und nachts um die 12° C. Für Euch daheim mag das ja momentan echt warm sein, für mich war es einfach nur kühl...
Das riesige Zimmer im Original Binh Duong 1 Hotel (bei Interesse einfach anklicken) mit Schreibtisch, TV, warmer Dusche (und Badewanne!) und sogar eigenem Computer für umgerechnet ca. 7 Euro war echt klasse und ließ das kühle Wetter vergessen. Das Hotelpersonal ist super freundlich und fit, der PickUp vom Airport und das Buchen meines Open-Bus-Tickets klappte hervorragend. Der Jürgen wird's kennen, da er ja auch dort war und von hier aus nach Savannakhet in Laos aufbrach, wo wir uns dann ja trafen, wie Ihr wißt.
Mit so einem Open-Bus-Ticket kann man in Vietnam eine bestimmte Strecke (in meinem Fall von Hue nach Saigon) zu einem Festpreis kaufen, überall aussteigen und mit demselben Ticket bis zum Endpunkt weiterfahren. Einen Tag vor der Weiterreise vom Zwischenstop braucht man beim Ticketaussteller nur anzurufen und wird sogar vom jeweiligen Hotel abgeholt - eine echt coole Sache.   
Hue, die historische Hauptstadt von Vietnam (1802-1945) und Sitz der letzten Kaiser, liegt am Ufer des Song Huong, Parfümfluß. Am nördlichen Ufer liegt das Gebiet der alten Zitadelle, der kaiserlichen Befestigungsanlage und der Kaiserstadt mit der Verbotenen Purpurnen Stadt auf einer Fläche von ca. 10 km² und ist ringsherum mit einem breiten Wassergraben und der dahinterliegenden Mauer geschützt. Die Mauer soll ganze 21 m dick sein und ist ca. 6,60 m hoch.



Der Bereich der Verbotenen Purpurnen Stadt im hinteren Teil war ausschließlich dem Kaiser und seinem Gefolge vorbehalten. Der Name stammt aus der chinesischen Astrologie, wo es im Himmel einen "Purpurnen Bereich" gibt, am dem der Polarstern steht - eine Metapher für die Stellung des Kaisers als unverrückbarer Herrscher des Himmels auf Erden. Wer mich kennt, weiß, daß ich als geschichtlich interessierter Mensch natürlich lange Zeit innerhalb der Mauern der Kaiserstadt verbracht habe...
Am nächsten Tag bin ich dann mit dem Drachenboot auf dem Parfümfluß zur Thien Mu-Pagode - einem der Wahrzeichen von Hue - und den Kaisergräbern der Kaiser Minh Mang und Tu Duc gefahren.


Die Thien Mu-Pagode stammt aus dem Jahr 1601 und der auffällige siebenstöckige, 21 m hohe "Turm der Freude und Anmut" kam 1844 dazu.


Die anschließend besuchten Kaisergräber waren dann auch noch echt sehr schön anzuschauen, riesige Gelände mit einer ringsherum laufenden Mauer in tollen parkähnlichen Anlagen. Irre, was sich die Kaiser Vietnams dort bauen ließen, um ihre letzte Ruhestätte zu haben...



Auch die Stadt Hue selbst ist sehr angenehm, so wie ich überhaupt bisher angenehm überrascht von den Vietnamesen bin: bis jetzt kann ich nichts Nachteiliges feststellen, im Gegenteil, die Freundlichkeit und das Entgegenkommen hinterlassen einen überaus positiven Eindruck. Überall, wo ich bisher als Einzelreisender erkannt wurde, war sofort ein Dazugesellen angesagt: "Sit down and join us..." und so war ich bisher fast immer mit den Vietnamesen am Tisch und es wurden nette Gespräche in lustiger Runde geführt. Auch in den Bussen war ich immer sofort in interessanten Unterhaltungen. Echt Toll!



Am 29.02.2012 bin ich dann von Hue zu einer ganztägigen Tour in die "Demilitarisierte Zone" um den 17. Breitengrad aufgebrochen, die 1954 nach der Genfer Konferenz eingerichtet wurde, als Vietnam in Nord und Süd geteilt wurde. Was für eine Bezeichnung für eine der am stärksten vom folgenden Krieg versehrten Regionen der Welt. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag...
Die Fotos von Hue und Umgebung habe ich übrigens auch schon online eingestellt...

Donnerstag, 1. März 2012

Von Phu Quoc ins Mekong-Delta

Nach dem Verabschieden von Sandra bin dann also am 24.02.2012 mit der Superdong III, einem super luxuriösem Schnellboot, von der Insel Phu Quoc nach Rach Gia an der Südwestküste Vietnams gefahren, um nun drei Tage durch das Mekong-Delta zu reisen.


Nach zwei Stunden Bootsfahrt wurde ich vom Hafen per Minibus zum Busbahnhof gebracht und bin dann in einem echt noblen Bus zur Stadt Can Tho am südlichsten der drei Arme des Mekong, des Song Hau, gefahren. Der Mekong, der nach über 4200 Kilometern aus Tibet kommend hier in das Chinesische Meer mündet, bildet hier zusammen mit unendlich vielen Nebenflüssen und Kanälen eine einzigartige Landschaft, in der sich eines der größten Reisanbaugebiete befindet. Vietnam und Thailand wechseln sich regelmäßig als weltgrößter Reisexporteur an der Spitze ab. Das Gebiet des Mekong-Deltas ist riesengroß und faszinierend, ich war echt überwältigt, nun hatte ich doch tatsächlich das Ende des Mekong erreicht. 
Die Stadt Can Tho ist die größte und wichtigste Stadt des Mekong-Deltas und ich war freudig überrascht, wie herrlich freundlich und locker es hier zugeht. Direkt am Flußufer ist hier - ähnlich wie schon in Phnom Penh - eine tolle Uferpromenade, wo eine total entspannte Atmosphäre und nette Restaurants zum lockeren Herumschlendern einladen und sich aus einem der Restaurants das Treiben entlang dieser Promenade anschauen läßt. Das war mal wieder ein sehr angenehmer Spätnachmittag für mich.


Am nächsten Morgen ging es dann per Boot zum schwimmenden Markt von Cai Rang, der der größte seiner Art hier im Delta ist. Das war wieder mal ein echter Höhepunkt während meiner bisherigen Reise, ein irres Treiben auf dem Wasser, wo die Großhändler vom Boot aus ihre Waren - hauptsächlich Obst und Gemüse - an die Zwischenhändler verkaufen.


Mittags ging es dann zu einem Familienbetrieb auf einer der Inseln, der Reisnudeln herstellt und zu einer Fabrik, in der der von den Reisbauern angelieferte Reis geschält und in verschiedene Sorten unterteilt säckeweise verpackt wird. Das war echt spannend und nun weiß ich auch wieder ein bißchen mehr über die Reisproduktion...
Nach einer weiteren Übernachtung in Can Tho bin ich dann weiter nach My Tho am nördlichsten der drei Mekong-Arme, den Tien-Fluß, gefahren. Die Stadt ist an sich nichts besonderes, auch hier gibt es eine - wenn auch ziemlich kleine - Uferpromenade, an der sich die Vietnamesen abends erholen oder spazieren gehen. Aber es war trotzdem nett, abends den Menschen beim Mangoshake aus einem der kleinen Restaurants zuzuschauen. My Tho ist nur noch ca. zwei Auto-Stunden südlich von Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) entfernt.
Am nächsten Morgen ging es dann per Boot zu drei der vor My Tho gelegenen Mekong-Inseln. Auf einer, Coconut-Island, konnte ich dann einem kleinen Familienbetrieb beim Herstellen der echt leckeren Kokosnußbonbons zuschauen. Irre, wie das Zeug in Handarbeit hergestellt wird und auch noch per Hand einzeln verpackt in den Handel kommt. Wenn man lockere Plomben in den Zähnen hat, sollte man sich echt zweimal überlegen, die Dinger zu lutschen. Aber die sind wirklich super lecker...


Nachmittags bin ich dann per Bus nach Saigon gefahren, um dort nur für eine Nacht zu bleiben. Ich hatte ja bereits auf Phu Quoc meinen Flug mit Vietnam Airlines hoch nach Hue, der alten Hauptstadt Vietnams, für den nächsten Tag gebucht. Aber immerhin weiß ich jetzt schon, was mich zum Abschluß in Vietnam dort in Saigon erwartet: der helle Wahnsinn!! Ich war ja schon so oft in Südostasien, aber so eine Masse von Millionen von Mopeds und so einen brutalen Verkehr, wo alles durcheinander fährt, kannte ich bisher noch nicht, unfaßbar, unglaublich... 
Seit 27.02.2012 bin ich nun also mittlerweile in Hue in Zentralvietnam, doch darüber schreibe ich dann demnächst.
Für die Interessierten unter Euch: mit den Webalben Nummer 27 - 30 (Phnom Penh, Phu Quoc und das Mekong-Delta) habe ich wieder viele schöne Bilder online eingestellt...

Montag, 27. Februar 2012

"Good morning Vietnam" - Die Insel Phu Quoc im Südwesten Vietnams

Am 20.02.2012 bin ich zusammen mit Sandra morgens von Phnom Penh auf die größte Insel Vietnams, Phu Quoc, gefahren. Es ging mit dem Minibus ca. vier Stunden in den äußersten Südwesten Kambodschas zum Grenzübergang Hat Tien, wo wir Kambodscha verließen und Vietnam betraten.


In Ha Tien bestiegen wir dann das Schnellboot nach Phu Quoc und erreichten die Insel nach anderthalb Stunden.


Dort angekommen, suchten wir nach einer günstigen Unterkunft am Bai Truong ("Langer Strand") auf der Westküste, einer der wenigen Plätze in Vietnam, an dem man einen Sonnenuntergang über dem Meer genießen kann. Leider sind fast alle Unterkünfte auf der Insel ziemlich teuer, ein Zimmer unter 20 US-Dollar ist so gut wie nicht zu finden und zudem war die Insel auch noch sehr gut besucht. Wir fanden dann schließlich ein riesiges Zimmer mit zwei getrennten Doppelbetten für 25 Dollar und beschlossen - da wir ja mittlerweile schon so einige Tage lang gemeinsam unterwegs waren - spontan, uns dieses Zimmer zu teilen, um unser Budget in Grenzen zu halten und so vier Tage lang gemeinsam die Insel unsicher machen zu können.
Am nächsten Tag wurde nur am Strand gefaulenzt. Nach der ganzen Rumreiserei tat so ein Tag mal richtig gut, einfach nur am Strand rumzulümmeln und im herrlich klaren, 30° warmen Wasser zu planschen.



Tags darauf haben wir uns dann ein Moped ausgeliehen und sind einmal rund um die Insel gefahren. Die Hitze war immer noch extrem, aber hier auf der Insel kam sie uns noch stärker als bisher vor. Während dieser Moped-Tour haben wir viel von der Insel gesehen und überall wurden wir äußerst freundlich von den Vietnamesen begrüßt.



An der Südspitze der Insel ist die kleine Hafenstadt An Thoi, in der es an allen Ecken extrem nach Fisch roch und sehr gemütlich zuging, kein Wunder bei der Hitze...




Von dort waren es dann nur wenige Minuten mit dem Moped an die Südostküste, wo der schöne Bai Sao ("Sternenstrand") ist und das Baden dort war echt herrlich.


Am für mich nächsten und letzten Tag auf Phu Quoc war ich einen Tag mit dem "Flipper Diving Club" tauchen, Pick Up vom Hotel, zwei Tauchgänge inkl. Ausrüstung, Essen an Bord und Rücktransport zum Hotel für 65 Dollar war ein super Preis. Sandra kam zum Schnorcheln für 25 Dollar mit. Leider stellte sich das Tauchen als mangelhaft heraus, beim ersten Tauchgang eine Sichtweite von ca. fünf Metern und ziemlich viel Sand, keine Fische und ein schwedischer Divemaster ohne Orientierung. Der zweite Tauchgang war dann schon geringfügig besser, ein bißchen leichte Strömung und immerhin ein 15 cm großes Seepferdchen und zwei kriechende Kegelschnecken. Fazit: Tauchen in Vietnam ist nicht unbedingt der Hit...



Am 24.02.2012 hieß es dann für Sandra und mich, Abschied zu nehmen - Sandra blieb noch einen Tag länger auf Phu Quoc, aber wahrscheinlich treffen wir uns irgenwann in Hoi An an der Ostküste Vietnams wieder, wenn ich auf meinem Weg von Hue wieder zurück Richtung Saigon bin und Sandra auf ihrem Weg nach Norden Richtung Hanoi ist. Ich bin dann von der Insel Phu Quoc zu einer dreitägigen Tour durch das riesige Gebiet des Mekong-Deltas aufgebrochen, doch darüber schreibe ich dann das nächste Mal. Nur soviel vorweg: die Tour war echt klasse...